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COTRANGA-Ansatz / DIE VORGESCHICHTE / MIKROKREDIT + SOCIAL BUSINESS / KRITIK DER MITLEIDSINDUSTRIE / KOOPERATIONEN / |
COTRANGA - Coopération Transparente Germano-Africaine
nachhaltig - emanzipatorisch - kreditbasiert
Der Tätigkeitsschwerpunkt der Initiative
COTRANGA
liegt in den Ländern Westafrikas. Dort soll
die Lebensqualität der Armen nachhaltig angehoben werden - auch um ihnen
Gründe zu geben, die es
ihnen erleichtern, in ihrer Heimatregion zu bleiben und diese mitzugestalten.
Wir von COTRANGA sind der Überzeugung...
...dass wirtschaftliche Entwicklung nur gelingen
kann, wenn unsere afrikanischen Kooperationspartner
diese nicht nur selbst wollen, sondern auch in diesem Sinne initiativ werden.
Wir beabsichtigen,
solche Eigeninitiativen, vor allem die zur ökonomischen und gesellschaftlichen
Selbstentwicklung, zu
fördern. Diesen Prozess beabsichtigen wir auch durch Aus- und Fortbildungsangebote
zu begleiten,
die wir anstoßen und unterstützen wollen. In unserer Förderung
sollen Geld- und Sachgeschenke aber
eine nur untergeordnete Rolle spielen.
… dass eine vor allem kreditfinanzierte
Hilfe zur Selbsthilfe den Empfängern ein starkes
emanzipatorisches Potential bietet. Deswegen soll die Vergabe von verzinsten
Krediten - vor allem
von Mikrokrediten - mit denen Empfänger Kleinstunternehmen gründen,
selbstverantwortlich
nachhaltig wirtschaften und Einkommen schaffen, ein Schwerpunkt der Hilfe durch
COTRANGA
sein.
Wenn ein Kredit dann zurückgezahlt worden ist und der Empfänger Einkommen
generiert, halten
wir das im Übrigen für ein sehr aussagefähiges positives Feedback,
denn es zeigt, dass er mit
gegebenen Mitteln gut gewirtschaftet hat.
Aber auch eine kreditfinanzierte Förderung
anderer Maßnahmen, die der Anhebung der
Lebensqualität und der Emanzipation der Empfänger dienen, können
wir uns vorstellen, sofern sie
für diese sozialverträglich zu gestalten sind.
Mit diesem Ansatz einer durch Darlehensvergabe
gestützten Hilfe orientieren wir uns an den Ideen
von Muhammad Yunus, der als "Banker der Armen" für sein Konzept
zu Mikrokrediten 2006 den
Nobelpreis erhalten hat und danach seine Erfahrungen in die Entwicklung des
Social Business (SBU)
einfließen ließ.
Die Initiative COTRANGA
hat aber nicht nur den Anspruch, die Entstehung und den Betrieb
von Social-Business-Unternehmen in Westafrika zu fördern. Sie versteht
sich selbst ebenfalls als
ein Social-Business-Unternehmen im Sinne von Muhammad Yunus. Denn sie tritt
nicht nur mit
dem Ziel an, soziale Probleme zu lösen und dabei nachhaltig zu wirtschaften;
sie verzichtet darüber
hinaus auch darauf, Gewinne für persönliche Zwecke ihrer Mitglieder
und Funktionsträger
auszuschütten. Letztere arbeiten ausschließlich ehrenamtlich.
Unser besonderer Beitrag besteht darin, dass die Zinserträge, die aus der
Kreditvergabe mit Hilfe
von COTRANGA
erwirtschaftet werden, in der Region der Empfänger ebenso verbleiben sollen
wie
die Tilgungsrückflüsse aus den Darlehen. COTRANGA
spendet also unwiderruflich Mittel zugunsten
eines im Empfängerland verbleibenden, durch Zinserträge kontinuierlich
wachsenden Kreditfonds, mit
dessen Hilfe Folgekredite gewährt werden können.
Wir sind uns dabei sicher, dass die Menschen
an Selbstbewusstsein gewinnen, wenn sie mit Hilfe
der von COTRANGA
erhaltenen Darlehen - eventuell auch begleitet von Training und Mentoring -
ihr
kleines Unternehmen erfolgreich führen. Darüber hinaus aber stellen
sie als Bürger, die mit eigenen
Anstrengungen ihre Lebensbedingungen trotz eines schwierigen Umfelds sichtbar
verbessern konnten,
für ihre Mitbürger positive Modelle für erfolgreiches Handeln
dar. Wir glauben, dass Menschen aus
diesem Umfeld durch ihren Erfolg befähigt und ermuntert werden, als Bürger
demokratische Teilhabe
und Kontrolle der öffentlichen Organe einzufordern.
Damit würde die Zivilgesellschaft gestärkt, die in armen Regionen
oft so wenig ausgeprägt ist.
Eine starke Zivilgesellschaft aber betrachten wir als eine unerlässliche
Bedingung für die kraftvolle
Entwicklung einer Region, wie unsere Partner und wir sie sich wünschen.
Rainer Gruszczynski, der Initiator der Initiative COTRANGA
Einsatz der Straßenhändlerin: 60 € Mikrokredit + 6€
Zinsaufwand; Erfolg z.B.: Leben in Würde, Kinder auf dem Weg zum Abitur,
Sparen für Notfälle, Stolz auf eigene Leistung…
Startkapital eines Holzbildhauers in Kpalimé: 30 € Mikrokredit
+ 3 € Zinsaufwand; Erfolge z.B.: Kreativität wird ausgelebt, sie bringt
Einkommen, mehr Unabhängigkeit: „Ich bin nicht Opfer, sondern
meines Glückes ‚Schnitzer‘“…
Startkapital für die Tischlerei in Lomé: 90 €
Mikrokredit + 5 € Zinsaufwand; Erfolg z.B.: „Initiative lohnt sich“,
Ansehen, Zufriedenheit, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
Die
Vorgeschichte
zur Entstehung von COTRANGA
von Rainer Gruszczynski - Initiator von COTRANGA
Die Initiative COTRANGA
entstand vor dem Hintergrund der Tätigkeit ihres Gründers als
Buchprüfer, betriebswirtschaftlicher Organisationsberater und Begleiter
von Projekten der
Entwicklungszusammenarbeit im westlichen Afrika im Auftrag verschiedener gemeinnütziger
Institutionen. Im Verlauf seiner Tätigkeit vor allem in Togo, aber auch
in anderen westafrikanischen
Ländern, ist er mehrfach darauf gestoßen, dass sich gut situierte
mittelständische einheimische
"ehrenamtliche" Helfer, die für die Verwirklichung von Projekten
in Afrika immer notwendig sind,
zunächst einmal selbst in z.T. erheblichem Umfang an den gewährten
finanziellen Hilfen bereicherten.
Erst der Rest kam dann den Armen und den für sie bestimmten Maßnahmen
zugute.
Dazu beobachtete er noch Missmanagement der Hilfeempfänger mit den erhaltenen Mitteln.
So wurden zwar durchaus eindrucksvolle Projekte verwirklicht, aber z.T. zu exorbitant
hohen Kosten.
Diese wiederholten Erfahrungen im Bereich der geschenkten Entwicklungshilfe
wollte der
COTRANGA-Gründer
in seiner weiteren Arbeit vermeiden. Deshalb hat er das Prinzip Aid
durch Trade in Form einer (mikro-)kreditbasierten, aber dennoch gemeinnützigen
Entwicklungs-
zusammenarbeit, zur Grundlage seines Konzeptes gemacht. Denn ihm war klargeworden,
dass
die Betrugsmöglichkeiten bei kreditfinanzierter Hilfe deutlich geringer
sind als bei geschenkten
Entwicklungsgeldern. Denn wer treibt die Anschaffungskosten und damit die Kreditsumme
für
Betriebsausstattung schon künstlich in die Höhe, wenn er den Kredit
einschließlich Zinsen selbst
tilgen muss? Außerdem hat der COTRANGA-Gründer
bei seinen Recherchen in Togo,
Burkina Faso, Benin und Ghana erlebt, dass bei den Empfängern kreditbasierter
Hilfe ein
Mentalitätswechsel angestoßen wird: Sie kommen weg vom Gefühl,
Opfer zu sein - hin zu
Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, Selbstbewusstsein.
Die Gründung von COTRANGA
war dann 2014 nur noch der logische Schritt, um dem Konzept
der kreditfinanzierten, einen Mentalitätswechsel anstoßenden Armutsbekämpfung eine Form zu geben.
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Der Gründer von COTRANGA,
Rainer Gruszczynski, ist ausgebildeter Industriekaufmann, hat
Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftspädagogik, Germanistik studiert.
Bis zu seiner Pensionierung
hat er als Diplom-Handelslehrer an einer kaufmännischen Berufsschule gearbeitet;
dort hat er auch
Buchführung unterrichtet. Außerdem ist er staatlich geprüfter
heilkundlicher Psychotherapeut.
Zur Wahl des Namens Coopération Transparente Germano-Africaine
(COTRANGA)
Häufig wurden wir gefragt, warum wir für den Namen der Initiative
- Coopération Transparente
Germano-Africaine - die französische Sprache gewählt habe. Die Antwort
lautet: Wir arbeiten mit
diesem Ansatz vor allem im Französisch sprechenden Westafrika, und die
möglichen Partner dort
sollen sich durch den Namen der Initiative angesprochen fühlen.
Um das zu unterstreichen, sollen sie einen wesentlichen Teil der deutschsprachigen
Beiträge der
Website auf deren französischen Teil in Übersetzung lesen können.
Überdies wurde uns immer wieder
bestätigt, dass sich der Sinn des französischen Namens auch deutschen
Lesern oder Hörern mühelos erschließt.
Den Namen Coopération Transparente Germano-Africaine haben wir auch deswegen
gewählt, weil
wir mit dem ausdrücklichen Hinweis auf die geforderte Transparenz Schwarze
Schafe von vornherein
abschrecken wollen. Und schon jetzt können wir bestätigen, dass dies
funktioniert. Denn natürlich
erläutern wir schon in Erstkontakten mit potentiell interessierten Partnern,
dass und warum und auch
auf welche Weise wir es mit der Transparenz ernst meinen. Häufig erlischt
schon nach solchen
Erläuterungen das Interesse an einer Zusammenarbeit mit COTRANGA
schlagartig.-
- Das ist gewollt! Denn wer in seinem Geschäftsgebaren oder seiner Buchhaltung
etwas zu verbergen
versucht, kann nicht unser Partner sein.
Was kennzeichnet ein Social-Business-Unternehmen (SBU)?

Das SBU wurde von Muhammad Yunus als Modell für gemeinwohlorientiertes
Wirtschaften
entworfen und propagiert. Er entwickelte damit seinen Ansatz von Mikrokrediten
weiter, für das er
2006 den Friedensnobelpreis erhalten hatte.
Ein SBU ähnelt in Deutschland am ehesten gemeinwirtschaftlichen Betrieben
- wie bestimmten
Genossenschaften oder gemeinnützigen GmbHs.
Ein SBU ist ein Unternehmen, das von vornherein darauf angelegt
ist, sich wirtschaftlich selbständig,
also aus eigener Kraft auf dem Markt zu behaupten. Wie dem Schaubild zu entnehmen
ist, sind es
vor allem zwei Charakteristika, die ein SBU von einem normalen Wirtschaftsunternehmen
und
einem Non-Profit-Unternehmen unterscheiden.
Dem SBU geht es vorrangig darum, soziale und ökologische
Ziele zu verwirklichen. Dabei verhält es
sich wie ein normaler Marktteilnehmer. Das schließt ein, dass die Mitarbeiter,
auch der Geschäftsführer,
entsprechend der erbrachte Leistung marktgerecht zu entlohnen sind, denn nur
so lassen sich gute
Leute langfristig an ein Unternehmen binden.
In einem SBU sollen durchaus Gewinne erzielt werden,
die in der Regel auch zu versteuern
sind. Diese sind aber nicht dafür bestimmt, an die Eigentümer ausgeschüttet
zu werden, sondern sie
sind zu reinvestieren, damit ursprüngliche oder auch neue soziale und ökologische
Ziele in einem
noch größeren Maßstab erreicht werden können - damit die
Sozialrendite steigen kann.
Gewinne sind in einer Marktwirtschaft notwendig, damit ein Unternehmen
wachsen kann. Das gilt
auch für ein SBU mit seinem gesellschaftlich erwünschten Problemlösungspotential.
Wenn ein SBU
eigene Gewinne erzielt, wird es - wie jedes andere Unternehmen - von einer externen
Kapitalzuführung und Einflussnahme unabhängig gemacht. Das SBU kann
also nachhaltig wirtschaften
und damit auch von Institutionen wie COTRANGA
unabhängig werden. Das auf mittlere Sicht zu erreichen, also
COTRANGA für den afrikanischen Social-Business-Partner
überflüssig zu machen,
ist
unsere Absicht.
(vgl. auch Muhammad Yunus: Social Business. Von der Vision zur Tat)
Afrika ist mehr als nur Korruption und Elend. Afrika bedeutet auch:
Menschen, die Demokratie einfordern - Bürger, die sich einbringen wollen - Ressourcen an Rohstoffen -
Wirtschaftswachstum / Frontier Markets - kulturelle Vielfalt -
aufopfernde Solidarität in Familien und Dörfern -
Kreativiät im täglichen Überlebenskampf - wachsender Mittelstand - Veränderungsbereitschaft
….
Zur Kritik an der Mitleidsindustrie vgl. (Achtung Satire!)
https://www.youtube.com/watch?v=xbqA6o8_WC0
https://www.youtube.com/watch?v=ymcflrj_rRc
https://www.youtube.com/watch?v=oJLqyuxm96k

Arme, ausgenutzte Kinder, die um Schulbildung und Kindheit betrogen werden - scheu lächelnde Kinder, die sich für von Weißen gespendete Bücher bedanken - schwarze Erwachsene, die den Worten der weißen Magier ehrfurchtsvoll lauschen: All das ist Realität und geht zu Herzen. Aber solche Bilder verdecken auch die Stärken der Afrikaner, die ihnen helfen können, sich selbst aus dem Elend zu befreien. Auf diese Ressourcen will sich COTRANGA jedoch fokussieren und dazu beitragen, dass ihre afrikanischen Partner sich Ziele setzen für eine erstrebenswerte Zukunft und diese verwirklichen. Was sie wiederum anspornen kann, die Verwirklichung neuer Ziele anzugehen.
KOOPERATIONGRUNDLAGEN
Bausteine zur Kooperationsvereinbarung der Initiative
Coopération Transparente Germano Africaine (COTRANGA)
mit afrikanischen
Social-Business-Unternehmen (SBU) als Geschäftspartnern
Die Initiative COTRANGA…
1. … gewährt niedrig verzinste Kredite an afrikanische
SBU-Partner, die damit Arbeitsplätze
schaffen und die Lebensqualität der Menschen in ihrer Region verbessern.
Sie sind gemeinwirtschaftlich
orientiert und gewähren in diesem Rahmen auch ihren Kunden Kredite zu niedrigen
Zinsen - Finanzkredite
(Mikrokredite) zur Gründung und Erweiterung von kleinen Erwerbsunternehmen,
die normalerweise
von Banken wegen fehlender materieller Sicherheiten keine Kredite erhalten,
aber auch Warenkredite,
mit deren Hilfe die Armen ihre Lebensqualität anheben können.
2. … verkauft keine Güter in ihrem eigenen Namen.
Sie kann die afrikanischen Partner aber auch
dadurch unterstützen, dass sie ihnen weitere Geschäftspartner vermittelt.
3. … unterstützt ihre afrikanischen Partner durch
Aus- und Fortbildung, wenn diese für die Führung
ihrer Betriebe oder dem Management ihres Kredites Unterstützung anfordern.
4. … belässt Rückflüsse von ihren afrikanischen
Social-Business-Kreditnehmern aus Darlehenstilgung
und Zinsen auf einem Konto in Westafrika. Darauf sammelt sich ein Kreditfonds,
der zeitlich
unbegrenzt für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Afrika zur Verfügung
steht. Dieses Konto
soll in Afrika durch einen gemeinnützigen Träger für die Initiative
COTRANGA
treuhänderisch
verwaltet werden.
Der mögliche afrikanische SBU-Partner verpflichtet sich gegenüber
der Initiative COTRANGA…
1. … ihr für sein geplantes Social-Business-Unternehmen
(SBU) sowie auch für die unter seinem
Dach durchgeführten Projekte einen aussagefähigen Business-Plan zu
präsentieren, mit dessen Hilfe
die Erfolgsaussichten der zugrunde liegenden Geschäftsideen gut zu beurteilen
sind. Die Initiative
COTRANGA
unterstützt den Partner ggf. dabei. Z.B. dadurch, dass sie ihm einen geeigneten
Kriterienkatalog für die Formulierung des Business-Plans zur Verfügung
stellt.
In dem Business-Plan werden auch ein Projektverantwortlicher
sowie dessen Stellvertreter genannt.
Sie sind als solche für COTRANGA
Ansprechpartner und vertreten das SBU bzw. sein Projekt
nach außen.
2. … sein Social-Business-Unternehmen als organisatorisch
selbständige Einheit zu errichten -
mit eigenem Namen.
3. … für sein SBU eine organisatorisch eigenständige
transparente Buchführung zu unterhalten, in der
alle dort auftretenden Geschäftsfälle ordnungsgemäß erfasst
werden. Auf Verlangen der Initiative
COTRANGA
wird dabei ein digitales Buchführungsprogramm eingesetzt (Dieses Verlangen
hängt
vom Geschäftsumfang des SBU ab.) Der Buchführungsstatus zum Monatsende
wird der Initiative
COTRANGA
jeweils innerhalb von 2 Wochen nach diesem Termin per PDF-Datei o.Ä. geschickt.
4. … zu einem regelmäßigen Reporting. Außergewöhnliche
Geschäftsereignisse teilt der Partner
der Initiative COTRANGA
unverzüglich, spätestens aber mit dem monatlichen Buchführungsstatus
mit. Bei auftretenden Problemen unterbreitet er COTRANGA
Lösungsvorschläge. Ansonsten
erstattet er COTRANGA
in vierteljährlichen Abständen Bericht. Auf Verlangen von
COTRANGA
kann - abhängig vom Geschäftsumfang des SBU - auch ein standardisiertes
Reporting zum Einsatz kommen.
5. … seine kaufmännischen Bücher und sein Geschäftsgebaren
auch unangemeldet durch
einen Beauftragten von COTRANGA
selbst überprüfen zu lassen. Dieser kann
auch ein vereidigter
Wirtschaftsprüfer sein, den COTRANGA aussucht und bezahlt.
6. … innerhalb seiner Organisation durch geeignete Maßnahmen
(z.B. organisatorischer Art,
Gespräche mit Mitarbeitern, auch Androhung von Sanktionen) dafür zu
sorgen, dass sich alle
Mitarbeiter zu einem sauberen Geschäftsgebaren verpflichten. Dazu gehört
auch der Verzicht auf
versteckte Kosten, wie z.B. Vermittlungsgebühren. Allen
Beteiligten muss klar sein: Wenn ein Betrug
aufgedeckt wird, ist der Verantwortliche schadensersatzpflichtig, ggf. juristisch
zu verfolgen und
im Regelfall auch zu entlassen bzw. COTRANGA
beendet die Zusammenarbeit mit dem SBU.
(vgl. auch Anti-Korruptions-Leitlinien: PDF-Download und
Gespräch über Korruptionsvermeidung mit einem Richter am Rechnungshof / Lomé (unter Reiseberichte ).
7. …seine Geschäftspartner - sofern diese mit Hilfe
der von COTRANGA erhaltenen Mittel
von ihm Kredite bekommen haben - darin zu unterstützen, kaufmännisch
vernünftig zu wirtschaften.
Dies kann z.B. dadurch geschehen, dass er von ihnen ebenfalls einen Erfolg wahrscheinlich
machenden
Business-Plan anfordert und prüft. Oder dadurch, dass er ihnen vor Kreditgewährung
und während
der Kreditlaufzeit durch Beratung / Mentoring hilft, ihre selbst gesteckten
Ziele zu erreichen.
8. …für den Fall, dass er Kleinstgewerbetreibenden
Mikrokredite gewährt, diese - ganz im Sinne
der Prinzipien von Muhammad Yunus - nur an Gruppen auszuzahlen. Diese Gruppen
sollen aus
mindestens 5 Mitgliedern bestehen, die solidarisch füreinander für
die Rückzahlung einschließlich
Zinsen haften. Der Gruppenleiter muss in der Lage sein, den abzuschließenden
Kreditvertrag für
seine Gruppenmitglieder zu lesen, zu verstehen und zu beurteilen. (Weitere Einzelheiten
sind für
das jeweilige Vorhaben zwischen COTRANGA
und dem afrikanischen SBU-Partner abzusprechen)

Ein neues
Projekt wird vorbereitet : Gespräche zur Unterstützung
von Mustergruppen - groupements von Frauen - innerhalb
einer ländlichen Genossenschaft in Guerinkouka / Togo. Ihr Betriebskapital
soll durch COTRANGA-Kredite verdoppelt werden. Dadurch sollen zusätzliche
Einnahmequellen in ländlichen Regionen erschlossen werden.
Zusatz zu den Kriterien für einen Business-Plan
"Uns ist klar, dass die von uns geförderten SBU nicht nur den Lebensunterhalt
der Kreditnehmer-
Kleinfamilien sichern, sondern dass auch der größere Verwandtenkreis
sehr häufig von den
Einkommen der Social-Business-Unternehmer profitiert. Diese Solidarität
ist eine der Stärken
Afrikas, die wir gern unterstützen. Zugleich aber lauert hier die Gefahr,
dass selbst gute
Geschäftsmodelle unserer afrikanischen Partner kaputt gemacht werden, weil
Mitglieder der
Großfamilie des Eigentümers oder Geschäftsführers Forderungen
an diesen richten, die das Geschäft
überfordern, die abzuwehren er aber oft nicht fähig ist. Diese Erfahrung
haben wir leider wiederholt
machen müssen. Die Familie fordert z.B. Geld oder Jobs oder zumindest einen
Platz auf der Gehaltsliste
des Unternehmens, ohne dass eine Leistung erbracht wird. Oder sie verhindert,
dass ein im Unternehmen
beschäftigtes Familienmitglied gekündigt wird, obwohl sich herausgestellt
hat, dass es faul oder
unfähig ist, also das Unternehmen nur belastet, anstatt zu seinem Erfolg
beizutragen. Durch welche
Vorkehrungen schützen Sie sich und Ihr SBU, damit solche Vorfälle
verhindert werden?"